Instore First – Instant Frust

‚Stay local!‘, eine Aussage die ich mich vor meinen eigenen Kunden oft predigen höre und eine Maxime nach der ich -zugegebenermaßen- versuche zu leben. Wir beauftragen lokale Dienstleister, achten darauf wo unsere Lebensmittel herkommen und bevorzugen den Elektroladen an der Ecke gegenüber dem roten Riesen. Wir versuchen das Geld in der Region zu lassen und unseren Klima-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Liebend gerne würde ich diese Einstellung auch auf mein Kaufverhalten meiner Lieblingsturnschuhe anwenden. Scheitere aber bisweilen kläglich.

Hier auf dem Land wäre ich ja schon froh, wenn ich meinen Konsum auf Deutschland beschränken könnte, aber die ‚Instore First‘-Politik der Läden lässt es leider nicht zu.  ‚Instore First‘  ist dabei schon ein ausgesprochener Euphemismus und in den meisten Fällen mit ‚Instore Only‘ gleichzusetzen. Ok, ich könnte mir 2 Stunden später die übrig gebliebene US6 oder 13 sichern und versuchen sie zu traden, die überlasse ich dann aber doch lieber gleich den Leuten die sie auch tragen können. Ok², Uebervart und Asphaltgold sind in der Tat nicht so weit weg und beide in ca. einer Stunde zu erreichen. Das hilft mir allerdings auch nicht viel, wenn die Liste schon mittwochs voll ist. Ok³, ich könnte mir Urlaub nehm…

Die Sache mit der Liste ist ja eigentlich auch eine ganz nette Idee. Wer am längsten steht wird auch als erstes bedient und die Leute in der Schlange regeln es meistens fair untereinander. Seit der Einführung von Checkzeiten (Wer hat damit eigentlich angefangen?) hat das ganze für mich allerdings auch einen faden Beigeschmack bekommen. Der Junge von 2 Straßen weiter stellt sich den Wecker und kommt alle 4 Stunden rum um ‚hier‘ zu brüllen, Leute die mit einer weiteren Anreise eigentlich mehr in die Waagschale geworfen haben sitzen vor der Tür in der Kälte.

Es ist nicht so, dass ich die Stores nicht verstehen kann, sie unterstützen in dem Sinne ja ihre lokale Kundschaft. Hütte und Kasse sind jeden Samstag gleichermaßen prall gefüllt. Keine Pakete schnüren, keine Retouren, nur Ware gegen Bares und die Promo gibt es Gratis obendrauf. Für mich und sicherlich auch viele andere ist es einfach nur frustrierend meine Botten aus Schweden, England oder Frankreich einfliegen zu lassen.

Ein Patentrezept kann es vermutlich nicht geben, wenn <20 Paar Schuhe auf 200+ Interessenten kommen, neue Impulse würde ich persönlich aber sehr begrüßen. Spannende Ansätze haben wir in letzter Zeit ja durchaus gesehen. Sei es die Solebox X Rebook Pump Tour quer durch Deutschland oder die Verlosung der Sneaker Freaker X Puma Blaze of Glory ‚Shark Attack‘ bei The Good Will Out. Wenn wir alle ganz fest daran glauben erleben wir vielleicht bald sogar mal einen ‚Online First‘-Release.

Nichts für Ungut, ich liebe euch trotzdem und wenn ich mal unterwegs bin, komme ich rum.

Symbolbild von www.google.com/maps mit Sneaker Camp-Out vor Solebox, Berlin

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